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19.03.2013

Theater vom Feinsten!

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Wer an diesem Freitagnachmittag zu Besuch im Lebenshilfe Center ist, mag sich verwundert fragen, was in den Räumen der unteren Etage vor sich geht – lautes Quaken, Piepen, Wiehern und Gackern dringt bis in die oberen Etagen!
Ein Privatzoo? Ein Bauernhof? Mitnichten – hier proben mit viel Freude und Einsatz die Teilnehmer des Theaterprojektes der Lebenshilfe. In Kooperation mit dem Stockumer

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Theater-Verein hatten Bewohner der beiden Wohnstätten der Lebenshilfe bereits im letzten Jahr zwei Stücke für die Weihnachtsfeier des Vereins eingeübt. Mit großem Erfolg führten die Menschen mit

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Behinderung, unterstützt von ihren Betreuern, die Stücke vom Rentier Rudolf mit der roten Nase und vom „Sterntaler“ auf. Wegen der großen Resonanz wurde im Februar das aktuelle Theaterprojekt ins Leben gerufen. Myriam Schüller vom Stockumer Theaterverein, Heike Erhardt und Nadine Rosenberger von der Lebenshilfe und neun begeisterte Teilnehmer treffen sich nun jeden Freitag in den Räumen der Lebenshilfe, um das bekannte Stück „Peter und der Wolf“ einzuüben. Unterstützt werden sie dabei von der Honorarkraft Minea Masell.

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Zu Beginn steht in jeder Woche ein gemeinsames Kaffeetrinken – hier kann jeder loswerden, was ihn in der Woche beschäftigt, gefreut oder belastet hat. „Wir nehmen uns viel Zeit“, erklärt Heike Erhardt, „die individuelle Persönlichkeit jedes Teilnehmers muss ebenso berücksichtigt werden wie seine jeweilige Tagesform.“ Astrid zum Beispiel ist schlecht gelaunt, weil Betreuerin Nadine heute nicht dabei ist. Uwe hingegen hat allerbeste Laune und spricht eifrig den leckeren Waffelröllchen zu, die Heike Erhardt mitgebracht hat. Bunt gemischt ist die Gruppe der Teilnehmer. Ulrich ist der älteste, Daniel, der den Peter spielt, der jüngste Teilnehmer. Auf die Frage, ob ihnen die Theatergruppe Spaß macht, sind sich alle einig: „Jaaaa!“ Heike Erhardt lacht. „Ja, das stimmt. Oft werde ich schon unter der Woche von unseren Schauspielern angesprochen, wie sehr sie sich auf den Freitag freuen.“

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Los geht es mit einer Aufwärmübung: Zum altbekanten Klassiker von den hustenden Regenwürmern laufen alle im Kreis und lockern sich ein wenig. Danach kommen die Tierstimmen – ein fröhliches Getöse erfüllt den Raum. Vogel, Ente, Katze und natürlich der heulende Wolf werden voller Begeisterung und sehr gekonnt imitiert. Und dann beginnt die eigentliche Probe. Eine Stuhlreihe simuliert das Publikum, damit die Schauspieler daran denken, sich in die richtige Richtung zu wenden. Heike Erhardt liest das abgewandelte Skript, die Handlung ist gerafft, auf das Wesentliche beschränkt.

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„Längere Textpassagen sind für die meisten zu schwierig, deshalb ist das Stück von Peter und dem Wolf für unsere Zwecke perfekt.“ Schnell merkt man als Betrachter, dass Heike Erhardt damit Recht hat. Die plakativen Charaktere mit ihrer typischen Körpersprache liegen dem spielfreudigen Ensemble. Astrid vergisst ihre schlechte Laune und legt als tschiepender Vogel richtig los. Die schüchterne Steffi blüht in ihrer Rolle als Ente auf und wagt gemeinsam mit Heike sogar einen kleinen Ententanz. Katze

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Michael umschmeichelt Peter, Großvater Uwe schimpft mit dem unachtsamen Enkel, der das Leben der Haustiere gefährdet. Am meisten Einsatz zeigt Jäger Markus – sein enthusiastisches „KA-WUMMM!“ ist sicher noch draußen auf der Dortmunder Straße zu hören. Leider hat er statt des Wolfes Peter erschossen – macht nichts! Da wird halt improvisiert! Ohnehin ist der Schluss ein wenig anders als man ihn kennt. Der gar nicht so böse Wolf Jens wird kunstvoll mit dem Seil gefesselt, die gefressene Ente operativ aus seinem Bauch befreit. Dann ziehen in einer langen Prozession alle gemeinsam zum Zoodirektor, der dem Wolf gern Asyl gewährt.
Eine ursprüngliche Form des Theaters wird hier gespielt, Handlung und Charaktere werden auf das Fundamentale beschränkt und erlangen durch die ungebändigte Spielfreude der Teilnehmer eine Lebendigkeit, die mitreißt.

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Am 10. August soll die Aufführung des Stückes auf dem Gelände der Lebenshilfe an der Dortmunder Straße stattfinden, um 19.30 Uhr im Pflanzraum. Ein Erlebnis, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte! Die Schauspieler freuen sich auf viele Besucher!

Das Theaterprojekt wird mit € 1800 von der Stiftung der Lebenshilfe Witten, Martina Boheim Stiftung, unterstützt.
HIER gibt es mehr Informationen zur Stiftung.

HIER gibt es noch mehr Fotos!

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