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03.02.2015

Stadt Witten setzt auf Inklusion

Die Stadt Witten hatte am 31. Januar 2015 eingeladen zum „Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention“. Nicht gerade verfrüht, bedenkt man, dass die Konvention bereits 2009 in Kraft getreten ist.

Willkommen war jeder interessierte Bürger. Viele Verbände und Vereine schickten ihre Vertreter zur Auftaktveranstaltung des Aktionsplanes. Die Lebenshilfe war mit mehreren Mitarbeitern und Mitgliedern vertreten. Auch Geschäftsführer Herr Dr. Dieter König gehörte zu den Teilnehmern der gut vierstündigen Veranstaltung im Saalbau Witten.

Nach der Begrüßung und der Vorstellung des geplanten Programmes hielt Herr Marcus Windisch vom Zentrum für Planung und Evaluation sozialer Dienste (ZPE) der Universität Siegen, mit der die Stadt Witten kooperiert, ein einführendes Impulsreferat. Danach wurden in einem offenen Forum die ausgewählten Handlungsfelder besprochen und erarbeitet. Dies umfasste die Punkte Bildung, Gestaltung des öffentlichen Raumes, Bauen und Wohnen, Öffentliche Teilhabe, Arbeit und Berufsausbildung, Inklusive Gestaltung von Unterstützungsdiensten, Bewusstseinsbildung und Kommunikation und öffentliche und politische Partizipation.

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An vorbereiteten Ständen wurden in lebhaften Gesprächen gemeinsam Anregungen, Ideen und auch Kritikpunkte gesammelt, die dann nach der Mittagspause von einzelnen Referenten vorgestellt wurden. Dabei kam deutlich zum Ausdruck, dass schon vieles auf dem Wege zur Inklusion unternommen wurde, dass aber in allen Bereichen auch noch deutlicher Handlungsbedarf besteht.

So wurden zum Beispiel im Rahmen der Gestaltung des öffentlichen Raumes verstärkt Leitsysteme gefordert, beim Bauen und Wohnen mehr und selbstverständliche Barrierefreiheit und eine Verbesserung der Notrufsituation. Bei der Teilhabe an Sport, Kultur und Freizeit wurde das bereits bestehende Angebot gelobt und gewürdigt. Kritikpunkt war hier allerdings, dass viele Angebote ausschließlich für Menschen mit Behinderung sind – gewünscht werden aber gemeinsame Angebote, die die Ausgrenzung aufheben. Im Bereich Arbeit und Berufsausbildung wurde bessere Information und mehr Vernetzung gefordert und verdeutlicht, dass man sich vor „Zwangsinklusion“ in Acht nehmen müsse: Jeder solle die Möglichkeit haben, die Angebote in Anspruch zu nehmen, aber keinesfalls dazu genötigt oder gedrängt werden.

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Daniela Dorgau, Leiterin des FUD der Lebenshilfe Witten, stellte die Ergebnisse für den Bereich Unterstützungsdienste vor. Hier besteht verstärkt der Wunsch nach mehr Mobilität, zum Beispiel durch erweiterte Fahrdienste, nach Begleitung bei Behördengängen, barrierefreien Anträgen und schnellere Hilfe durch weniger Bürokratie. Ein wesentlicher Kritikpunkt der Betroffenen war das mangelnde Fachwissen der Mitarbeiter in den zuständigen Behörden, das oft zu vermeidbaren Problemen und Verzögerungen führt.

Auch bei der Bewusstseinsbildung und Kommunikation gibt es noch einiges zu tun. Hier wurden in erster Linie mehr Öffentlichkeitsarbeit und mehr Begegnungen gefordert und der Wunsch geäußert, Menschen mit Behinderungen differenziert und als Individuen zu sehen und die Kommunikation zu fördern: „Sprecht nicht über uns, sondern mit uns!“

In Hinsicht auf barrierefreie Kommunikation hatte die Stadt Witten ihre Hausaufgaben immerhin schon gut gemacht: Gebärden- und Schriftdolmetscher begleiteten die Veranstaltung, für Menschen mit Hörbehinderung gab es eine mobile Hörschleife.

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Am Ende der Veranstaltung gab Frank Schweppe, Sozialdezernent der Stadt Witten, einen kurzen Ausblick darauf, wie es weitergehen soll: Im Februar sollen die Ergebnisse der Auftaktveranstaltung ausgewertet werden, Arbeitsgruppen werden dann einen detaillierten Aktionsplan erarbeiteten, der öffentlich vorgestellt werden soll. Auch auf der Homepage der Stadt Witten sollen die Ergebnisse einsehbar sein, eventuell in Verbindung mit einem Blog, um die Kommunikation zu gewährleisten (HIER geht es zur Homepage).


Es bleibt nun abzuwarten, inwieweit die Stadt Witten diese ersten Anregungen in die Tat umsetzen wird.

HIER ist der Bericht in Leichter Sprache.


HIER finden Sie den Bericht der WAZ.

HIER finden Sie die UN-Behindertenrechtskonvention (auch in Leichter Sprache).

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