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SoVD-Lebenshilfe Witten

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Start . Archiv . Einweihung des neuen Anbaus an der Dortmunder Straße
13.11.2013

20.000 Butterbrote und viel Lob – Lebenshilfe weiht Neubau für ältere Arbeitnehmer ein

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Mit zahlreichen Gästen und prominenten Rednern feierte die Lebenshilfe Witten am 13. November die Einweihung des neuen Anbaus an der Dortmunder Straße. Neben der Zentralisierung der Verwaltung dient das neue Gebäude, das sich von der Straßenfront auf das Gelände der Werkstatt erstreckt, in erster Linie für zwei neu gebildete Gruppen älterer Beschäftigter der WfbM, die hier ein adäquates Umfeld finden, das ihren Bedürfnissen optimal entspricht.

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Am Vormittag öffnete der Neubau seine Türen für interessierte Besucher, die auch zahlreich erschienen, um die hellen und freundlichen Räumlichkeiten genauer in Augenschein zu nehmen. Entspannungsräume und gesellige Sitzecken, wunderschön dekoriert mit Bastelarbeiten, die die hier Beschäftigten selbst angefertigt haben, stießen bei den Gästen auf echte Begeisterung.

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In der offiziellen Feierstunde, die später am Vormittag im Pflanzraum stattfand, zeigten sich auch die Festredner beeindruckt von dem neuen Konzept und sparten nicht mit Lob für die Verantwortlichen. Landrat Arnim Brux freute sich sichtlich, „endlich mal wieder hier zu sein“, scheute sich auch nicht, an manche Meinungsverschiedenheit

in der Vergangenheit zu erinnern, hob aber in erster Linie die großen Verdienste der Lebenshilfe hervor, in deren Einrichtungen Menschen „besondere Hilfe“ fänden. Am Ende schlug er die Brücke zur Ethik Albert Schweitzers, die die Verantwortung fordert „für alles, was lebt“.

Jürgen Dietrich, Vorsitzender des Sozialausschusses, unterstrich die Priorität, die Projekte für Menschen jederzeit haben sollten, und gab seiner Freude Ausdruck über die in langen Jahren gewachsene Bedeutung und soziale Funktion der Lebenshilfe Witten.
Architekt Guido Trapp, der Lebenshilfe seit langem eng verbunden, präsentierte

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schließlich einige Fakten rund um den Neubau, um Planung, Größe, Aufteilung und Funktion. Auch hatte er einige Informationen parat, die das Bauprojekt eher launig beschrieben– so erfuhren die belustigten Gäste zum Beispiel, dass im Zuge den Bauarbeiten geschätzte 20.000 Butterbrote verzehrt worden seien und wie viele Tausend Liter Kaffee in dieser Zeit geflossen seien.

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Eine besonders persönliche Note bekam die Feier durch die Geschenke, die die Beschäftigten den Rednern überreichten: Handgemalte Bilder in wunderschönen Farben zeigten deutlicher als alle Worte die Freude derjenigen, denen das neue Gruppenkonzept zugutekommt. Auch die Handwerker, die sich sichtlich über diese Aufmerksamkeit freuten, wurden beschenkt.

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Geschäftsführer Dr. Dieter König erläuterte in seiner Rede noch einmal die Besonderheiten der neu gebildeten Gruppen: Beschäftigte, die mit den oft anstrengenden Bedingungen in der Werkstatt nicht mehr gut zurechtkommen finden hier ein ruhigeres Umfeld, individuelle Förderung und verstärkte begleitende Angebote, um die Möglichkeit zu haben, bis zum Erreichen des Rentenalters berufstätig zu bleiben und ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erhalten. Er zog eine erste positive Bilanz der letzten Wochen, die gezeigt haben, dass dieses Konzept sehr erfolgreich sei, und hob die gut funktionierende Selbstorganisation der neuen Gruppen hervor.

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Der Geschäftsführer der Lebenshilfe nutzte den Anlass aber darüber hinaus für einige kritische Betrachtungen des Bildes vom Umgang mit Menschen mit Behinderungen, das sich in der Öffentlichkeit, gerade in den letzten Wochen und Monaten, rund um das Thema „Inklusion“ gebildet habe. Die Vision einer inklusiven Gesellschaft mit einem für alle offenen Arbeitsmarkt lasse die Vorstellung reifen, dass es nur einiger weniger Veränderungen bedürfe, um diesen Idealzustand zu erreichen und dass nicht zuletzt die Forderung der inklusiven Beschulung viele Menschen zu der unrealistischen Hoffnung veranlasse, die Werkstätten für Menschen mit Behinderung würden in absehbarer Zukunft überflüssig.

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Die Realität und die langjährigen Erfahrungen widersprächen aber dieser schönfärberischen Meinungsmache. Wirkliche Teilhabe sei nicht durch einfache Parolen zu erreichen, sondern bedürfe der frühen und konsequenten Förderung, optimalerweise bereits im Vorschulalter. Unpassende Forderungen führten hingegen häufig zu einer von falschen Erwartungen geleiteten Fehlentwicklung, die für die Betroffenen oft Frustration und verpasste Chancen bedeute. Die Aufgabe der WfbM sei ein passgenaues Angebot: „Wir passen die Arbeit und alle damit verbundenen Prozesse an, so dass Menschen sich darin wiederfinden, im Prozess bleiben.“
Und auf diesem Wege ist mit dem neuen Konzept der Lebenshilfe Witten ganz sicherlich ein neuer und wichtiger Schritt getan.


Ein ganz besonderer Dank geht an die Wittener Bürger Gemeinschaft (WBG). Anlässlich der Einweihung spendete sie die großzügige Summe von 500 Euro. Siegmut Brömmelsiek und Prof. Dr. Dr. Klaus Dieckmann überreichten einen symbolischen Scheck. "Soziale Verantwortung steht für uns an erster Stelle", erklärte der stellvertretende Vorsitzende Siegmut Brömmelsiek. "Wir stecken unser Geld nicht in den Wahlkampf, sondern spenden es für sinnvolle Zwecke!"

Vielen Dank auch an all die anderen Spender!!!

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