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21.03.2012

Inklusive Selbsterfahrung

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Schon von weitem hört man die wummernden Bässe. Ke$has Song „Tick Tock“ dröhnt durch den Tanzraum der WerkStadt, während eine bunt gemischte Gruppe von Kindern und Jugendlichen vor der großen Spiegelwand eine phantasievolle Choreographie einübt.
Seit Anfang Februar treffen sich die Teilnehmer jeden Freitagnachmittag zu diesem besonderen Kurs: „I am what I am!“ ist das Motto des integrativen Tanzprojektes, das die Lebenshilfe Witten in Kooperation mit der WerkStadt anbietet.

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Daniela Dorgau, Leiterin des Familienunterstützenden Dienstes (FUD) der Lebenshilfe, freut sich über die erfolgreiche Zusammenarbeit: „Schon im vorigen Jahr haben wir in unseren eigenen Räumen ein ähnliches Projekt durchgeführt. Hier in der WerkStadt sind natürlich die Räumlichkeiten sehr viel geeigneter. Außerdem ist es durch die Kooperation auch leichter, integrative Gruppen zu bilden.“

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Auch Nicole Suchanek, Mitarbeiterin der WerkStadt und pädagogische Leiterin des Jugend-Cafés „Treff“, sieht große Vorteile in der Zusammenarbeit: „Wir haben schon bei der regelmäßig stattfindenden ‘Party Inklusive‘ allerbeste Erfahrungen gemacht. Diese Partys für Menschen mit und ohne Behinderungen, ein Projekt auf Initiative des Landesjugendamtes, sind sehr beliebt. Dieses neue Tanzprojekt ist eine Fortführung der Zusammenarbeit zwischen Lebenshilfe und WerkStadt.“

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Die erfahrene Tanzpädagogin Claudia Linden leitet die Gruppe, in der drei Teilnehmer ohne und fünf Teilnehmer mit Behinderung voller Begeisterung unterschiedliche Formen des tänzerischen Ausdrucks erproben. Unterstützt wird sie dabei von Nicole Plaszczymaka, Honorarkraft der Lebenshilfe. „Das Motto ‚I am what I am‘ nehmen wir wörtlich“, erklärt Claudia Linden, „ an erster Stelle steht die Persönlichkeit jedes Einzelnen. Hier darf jeder so sein, wie er ist, und soll Wege erkunden, dies tänzerisch umzusetzen. Wir verstehen dieses Projekt weniger als Tanzkurs, es ist viel eher eine Art Tanztheater, in dem jeder die Möglichkeit haben soll, sich selbst darzustellen. Auf diese Weise kann man lernen, sich selbst und andere zu akzeptieren.“

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Mit sehr viel Einfühlungsvermögen und Erfahrung führt die Pädagogin die Gruppe. Maja hat heute keinen guten Tag. Obwohl sie in ihrem zarten Prinzessinnenkleid aussieht wie ein fröhliches rosa Wölkchen, mag sie nicht mittanzen und zieht sich zurück in eine stille Ecke. Claudia Linden gelingt es auch nach mehrmaligen Versuchen nicht, das Mädchen zum Mittanzen zu motivieren. „Das ist okay. Man muss Rücksicht auf die Tagesform nehmen. Hier steht die Freude im Mittelpunkt, Zwang und Drill haben hier nichts zu suchen.“
Umso eifriger sind die anderen Tänzer bei der Sache. Nova und Jeanette proben eifrig die neuen Schritte, Ronja kontrolliert ihre Haltung im großen Spiegel, Michelle muss etwas trinken, denn die schnellen Bewegungen sind anstrengend.
Am 14. April wird als Abschluss des Projektes eine Aufführung im Saal der WerkStadt stattfinden. Dann werden alle Zuschauer ganz sicher bestätigen können, was die Teilnehmer selbst schon längst erfahren haben:
„Wer miteinander tanzen kann, kann auch miteinander leben!“

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