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21.10.2011

Einsatz für die "Tierischen Therapeuten" - Spende des Rotary Clubs sorgt für strahlende Gesichter

Fröhliches Lachen schallt über das sonnige Außengelände der Kita Helenenberg an diesem kalten Herbsttag. Warm eingemummelt sitzen die Kinder der integrativen „Fische“-Gruppe auf ihren kleinen Holzstühlen und können es kaum erwarten, dass Nala, die freundliche Labradordame, behutsam ein Leckerli von ihren ausgestreckten Händen nimmt.

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Wenn Julia Sachs mit ihren „Tierischen Therapeuten“ in die Kita kommt, ist die Freude jedes Mal vorprogrammiert. Schon seit einigen Jahren setzt die Kita die tiergestützte Therapie ein. Durch ihr offenes Wesen sind die Tiere in der Lage, einen ganz besonderen Kontakt zu den Kindern herzustellen; mit ihrer Hilfe können sie Selbstvertrauen gewinnen und Beziehungen aufbauen. Dies wirkt sich positiv auf die Kommunikationsfähigkeit und die sozialen Kompetenzen aus. Darüber hinaus lernen die Kinder auf diese Weise spielerisch Respekt und Rücksichtnahme dem Tier gegenüber.

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Nala, die unwiderstehliche Hundedame, ist immer mit dabei. Ihre Begleiter sind heute die jungen Zwergziegen „Heidi“ und „Klara“. Während Nala ihre Runde bei den Kindern macht, sich geduldig an den Ohren streicheln lässt und freundlich die Pfote zur Begrüßung hebt, dezimieren die beiden Ziegen derweil genüsslich den Pflanzenbestand des großzügigen Außengeländes.

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Heidi entdeckt in den großen Fensterfronten ihr Spiegelbild und beschließt, diesen frechen Nebenbuhler in seine Schranken zu weisen, indem sie zeigt, wozu ihre kleinen Hörner gut sind. Kita-Leiterin Manon Füllgraf schaut zur Freude der Kinder erstaunt nach, wer da so hartnäckig an ihr Fenster klopft.
Die Kinder dürfen derweil den gelben Tennisball für Nala werfen und sich aussuchen, welches Kommando sie ihrer neuen Freundin geben möchten – besonders beliebt ist das „Erdmännchen“: Durch einfaches Heben der rechten Hand kann man die hervorragend ausgebildete Hündin dazu bringen, sich auf die Hinterläufe zu setzen und beide Vorderpfoten in die Luft zu heben. Paul ist schon ein echter Profi – er hat zuhause selbst einen Hund.

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Und nun kommt der Auftritt der beiden gehörnten Damen – auch sie machen artig die Runde bei den Kindern, lassen sich gern das eine oder andere Brotstückchen schmecken und halten geduldig still, damit die kleinen Forscher die Hörner befühlen oder das erstaunlich weiche Fell streicheln können. Die kleine Lucy ist kaum noch zu halten - man muss gut aufpassen, dass sie ihre überschwängliche Liebe nicht noch durch ein Küsschen zum Ausdruck bringt.

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Am erstaunlichsten aber ist Melihs Reaktion. Der autistische Junge zeigt nur selten Gefühle und war bisher bei anderen Gelegenheiten wie dem Besuch eines Bauernhofes auch Tieren gegenüber zurückhaltend, sogar ängstlich. Nala aber erobert sein Herz im Sturm! Er strahlt über das ganze Gesicht, als die feuchte Hundenase seine Hand berührt, um das dargereichte Leckerchen zu nehmen. Er streichelt sanft den Kopf des Tieres und wirft sogar den Ball. Melih lacht und klatscht in die Hände – die Betreuerinnen freuen sich mindestens so sehr wie Melih selbst.

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„Nala ist eben etwas ganz Besonderes!“ Julia Sachs, die durch ihre ruhige, liebevoll Art die perfekte Vermittlerin zwischen den Kindern und den Tieren ist, kennt solche Reaktionen. Neben einer Ausbildung zur Sporttherapeutin, Motopädin und

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Gymnastiklehrerin hat sie mit der Zusatzausbildung in der tiergestützten Therapie ihre große Liebe zu den Tieren mit ihrem Einsatz für Menschen mit Behinderungen verknüpft. Man merkt sofort, dass ihre „Tierischen Therapeuten“ mit Zuwendung und ohne jeden Zwang

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ausgebildet sind. Wenn Nala mal eine kurze Pause braucht, um im Gebüsch interessanten Gerüchen auf die Spur zu kommen, hört man kein scharfes Wort oder harsches Kommando. Das ist auch nicht nötig, denn die Tiere und die Therapeutin bilden ein absolut harmonisches Team.
Der Rotary Club Witten-Hohenstein hat die Erlöse des diesjährigen Enten-Rennens auf der Ruhr der Kita Helenenberg für die tiergestützte Therapie zur Verfügung gestellt, sehr zur Freude der Leiterin Manon Füllgraf, die schon früh den Nutzen dieser Art der

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Therapie erkennt hat. Und vielleicht ist es ja eine besondere Hommage an die Rotarier, dass Zwergziege Heidi bei ihren Versuchen, den Spiegelgegner zu vertreiben, die gleiche Körperhaltung einnimmt wie das beliebte springende Ziegenböckchen, die Bronzeplastik im Stadtpark. Dieses Wittener Wahrzeichen wurde nämlich im Jahr 1959 der Stadt Witten vom Rotary Club anlässlich seiner Gründungsfeier gestiftet.

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Bei den „Fischen“ ist die Enttäuschung groß, als die Therapiestunde zu Ende geht. Julia Sachs tröstet: „Nächste Woche kommen wir wieder! Dann ist Nala wieder dabei. Und jede Stunde bringe ich andere Tiere mit!“ So werden in der nächsten Woche vielleicht Mathilda und Frieda, die freundlichen Schafe, mitkommen, an denen die Kinder schon beim Sommerfest der Lebenshilfe so große Freude hatten. Oder vielleicht die stattlichen Gänse Greta und Leni, einige der zahlreichen Kaninchen und Meerschweinchen oder sogar Pony Lotte. Eines ist jedenfalls sicher: Hier werden die „Tierischen Therapeuten“ mit großer Freude erwartet!

http://www.tierische-therapeuten.net

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