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12.09.2014

Frühförderstelle erhält die Zulassung für die Autismus-Therapie

Das Interdisziplinäre Zentrum für Frühberatung, Frühförderung und Heilpädagogik der Lebenshilfe Witten erhält die Zulassung für die autismus-spezifische Therapie.

Die Frühförderstelle (nun: Interdisziplinäres Zentrum für Frühförderung, Heilpädagogik und Autismustherapie) der Lebenshilfe Witten wurde bereits im Jahre 1995 gegründet.

Ziel der Einrichtung ist es, Kinder, deren Entwicklung aus den unterschiedlichsten Gründen verzögert ist, individuell heilpädagogisch und therapeutisch zu unterstützen und zu fördern und die Eltern zu beraten und zu begleiten. Das interdisziplinäre Team besteht aus Heilpädagoginnen und TherapeutInnen unterschiedlicher Fachrichtungen sowie medizinischen und psychologischen Fachkräften. Zahlreiche Kooperationspartner (z.B. Praxis Frau Dr. Nobbe, Marienhospital, Nordoff-Robbins-Institut für Musiktherapie) ergänzen und unterstützen die umfassende Tätigkeit der Frühförderung.

Neben dem ersten Standort in Heven gibt es seit Januar 2014 eine weitere Niederlassung in Annen, um die ortsnahe Versorgung aller Kinder zu gewährleisten.

Zum 1. August 2014 hat das Zentrum vom Ennepe-Ruhr-Kreis die Zulassung für das Angebot einer autismus-spezifischen Therapie bekommen. Kinder mit einer Autismus-Spektrum-Störung können dort ab sofort angemeldet werden. Zunächst einmal ist eine Förderung und Begleitung der Kinder bis einschließlich 4. Schuljahr geplant (Die Anmeldung kann bis einschließlich 2. Schuljahr erfolgen).

Die Autismus-Spektrum-Störung gehört zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen und umfasst die Diagnosen Frühkindlicher Autismus, Asperger-Syndrom und Atypischer Autismus. Gemeinsam sind diesen Störungen eine eingeschränkte soziale Interaktion bzw. Kompetenz, Probleme bei der Kommunikation und häufig ein eingeschränktes Verhaltens- und Interessensrepertoire.

Autismus ist in seinen Ausprägungen vielfältig, oft sind die Grenzen zwischen den Diagnosen fließend. Es gibt nicht „den Autisten“ – deshalb gilt es, bei dieser Diagnose genau hinzuschauen und die jeweilige Therapie den individuellen Bedürfnissen des Einzelnen anzupassen.

Diplom-Heilpädagogin Sabine Hebenstreit, Leiterin der Frühförderstelle, freut sich, dass nun eine noch umfassendere Betreuung der Kinder möglich ist: „Bei vielen Kindern wird die Diagnose Autismus erst im Laufe einer Frühförderung gestellt. Und es ist uns und den Eltern, die manchmal schon lange Zeit mit ihrem Kind zu uns kamen, sehr schwergefallen, die Kinder dann in eine andere Einrichtung schicken zu müssen.“ Umfangreiche spezielle Fortbildungen der Mitarbeiter und die Erweiterung des Teams um zwei Teilzeitkräfte ermöglichen nun zeitnah die qualifizierte Therapie der Kinder mit einer Autismus-Spektrum-Störung.

Neben heilpädagogischen Methoden wie Psychomotorik und rhythmisch-musikalischer Förderung werden auch die Unterstützte Kommunikation und TEACCH (Treatment and Education ofAutisticandrelated Communication handicappedChildren)eingesetzt. Am Beginn jeder Therapie steht eine ausführliche Erstberatung zu den unterschiedlichen Förderangeboten. Und - ganz wichtig: Die Angebote verstehen sich immer als Hilfe für die ganze Familie. Auch die entsprechenden Einrichtungen, die ein Kind besucht (Kindergarten, Schule), werden in die Förderung eingebunden: Informationen, Auswahl und Initiierung geeigneter Maßnahmen vor Ort, aber auch Krisenintervention zählen hier zu den wichtigsten Gebieten.

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